15. Januar 2013
Bisher sind HIV-Generika - also günstigere nachgeahmte Medikamente - eher ein Thema in Entwicklungsländern.
Inzwischen kommen die Mittel aber auch auf den US-Markt. Forscher haben ausgerechnet, dass HIV-Generika dem US-Gesundheitssystem pro Jahr rund eine Milliarde Dollar einsparen könnten. Die Studie ist im Fachjournal "Annals of Internal Medicine" erschienen. Allerdings hätte ein Umstieg auf die nachgeahmten Medikamente auch einen Haken: Dann müssten die Patienten täglich drei statt einer Tablette nehmen - das könnte häufiger dazu führen, dass sie die Einnahme vergessen. Außerdem führten die Wirkstoffe der bisher verfügbaren Generika derzeit noch eher dazu, dass HI-Virenstämme resistent werden.
Deswegen sind die Forscher trotz des Sparpotenzials vorsichtig mit Empfehlungen für die Generika. Sie halten den Einsatz nur für sinnvoll, wenn das eingesparte Geld HIV-Infizierten an anderer Stelle zugute kommt: zum Beispiel bei der Bekämpfung von Hepatitis C - daran erkranken Aids-Patienten ebenfalls oft.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)