15. Januar 2013

Unwort des Jahres ist "Opfer-Abo"

"Opfer-Abo".

So lautet das "Unwort des Jahres 2012". Das hat die Jury der sprachkritischen Aktion in Darmstadt mitgeteilt. Der Begriff stammt demnach von dem früheren ARD-Wetter-Moderator Jörg Kachelmann. Er hatte nach dem Ende seines Vergewaltigungs-Prozesses davon gesprochen, dass Frauen in der Gesellschaft ein "Opfer-Abo" hätten. Die Jury kritisiert, dass der Begriff Frauen "pauschal und in inakzeptabler Weise" unter den Verdacht stelle, sexuelle Gewalt zu erfinden und damit selbst Täterin zu sein.

In den vergangenen 12 Monaten hatten Bürger mehr als 1.000 verschiedene Vorschläge eingereicht. Genannt wurden unter anderem die "Schlecker-Frauen", die Bezeichnung "Anschlussverwendung" und der Begriff "moderne Tierhaltung". Das "Unwort des Jahres" wird seit 1991 von einer Jury aus Sprachwissenschaftlern und Journalisten gekürt. Es soll unangemessene oder unmenschliche Formulierungen aufdecken. Unwort des Jahres 2011 war "Döner-Morde" als Bezeichnung für die Mordserie der rechtsgerichteten Terror-Gruppe NSU.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)