16. Januar 2013
"Machtergreifung", "Reichskristallnacht" oder Sprüche wie "Jedem das Seine" haben in der Alltagssprache nichts mehr zu suchen.
Die Germanistin Heidrun Kämper vom Deutschen Institut für Sprache in Mannheim warnt vor einem sorglosen Umgang mit Wörtern, die zur Zeit des Nationalsozialismus geprägt wurden. Sprache könne Ereignisse verharmlosen, betont die Wissenschaftlerin. Dies sei auch Anfang der 1930er Jahre Intention der Nationalsozialisten gewesen. Mit der Übernahme von Nazi-Begriffen in den Duden wie "Frauenschaft", "Sturmbannführer" oder "Hitlergruß" sei das Nachschlagewerk damals ideologisiert worden. Der zuweilen immer noch sorglose Umgang mit Nazi-Vokabular deutet nach Ansicht der Germanistin Kämper auch auf ein mangelndes Geschichtsbewusstsein hin.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)