17. Januar 2013

Strandkrabben spüren offenbar Schmerz

Hummer werden bei lebendigem Leib in den Kochtopf geworfen.

Diese Praxis stellen Biologen aus Nordirland jetzt in Frage. In einem Experiment haben sie nämlich gezeigt, dass zumindest Strandkrabben wahrscheinlich doch Schmerzen empfinden können. Bisher hatte man angenommen, dass das bei Schalentieren nicht der Fall ist. Krabben, Garnelen und Hummer reagieren zwar, wenn sie verletzt werden. Wissenschaftler vermuteten dahinter aber die sogenannte Nozizeption, eine Reaktion von Nervenenden auf Reize. Dadurch verändert das Tier aber nicht sein zukünftiges Verhalten.

Die Forscher setzten insgesamt 90 Strandkrabben nacheinander in ein Becken mit zwei dunklen Unterschlüpfen. Wählte die Krabbe ein Versteck aus, bekam sie dort einen leichten Stromstoß. Beim zweiten Mal entschieden sich die meisten Krabben trotzdem nochmal für das gleiche Versteck. Nach einem weiteren Schlag wählten sie eher das andere. Für die Wissenschaftler ist das ein Zeichen, dass die Tiere Opfer bringen, um Schmerz zu vermeiden.

Die Studie ist im Fachmagazin "Journal of Experimental Biology" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)