18. Januar 2013

1.000-Genom-Projekt: Anonyme Erbgut-Spender sind identifizierbar

Anonyme Erbgut-Spender sind womöglich doch nicht ganz anonym.

Wie Forscher im Fachjournal Science berichten, zeigen das Daten aus dem 1.000-Genom-Projekt. Dafür wurden das Erbgut von über 1.000 Menschen entschlüsselt, deren DNA-Sequenzen jetzt in einer öffentlich zugänglichen Datenbank stehen.

Die Spender der Genome hatten ihre Gensequenzen unter der Voraussetzung zur Verfügung gestellt, dass sie anonymisiert würden. Denn schließlich lassen sich darin unter anderem Hinweise auf erblich bedingte Krankheiten finden. Doch diese Anonymisierung ist offenbar unzulänglich. Einige Sequenzen lassen sich dem Stammbaum bestimmter Familien zuordnen, und damit auch bestimmten Nachnamen. Durch den Abgleich mit anderen öffentlich zugänglichen Daten und ein wenig Detektivarbeit identifizierten die Forscher schließlich 50 der Personen, die ihre Gensequenzen gespendet hatten. Den Forschern zufolge lässt sich der Missbrauch von Gendaten nur schwer vermeiden. Wichtig sei aber, dass Menschen über die möglichen Risiken einer Identifizierung aufgeklärt würden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)