18. Januar 2013

Nur jeder zweite Fünftklässler in indischen Dörfern kann lesen

Im ländlichen Indien kann nur etwa jeder zweite Fünftklässler einfache Texte lesen.

Das geht aus einer Studie der Nichtregierungsorganisation Pratham hervor. Für den Bericht wurden 600.000 Kinder in indischen Dörfern befragt. Demnach ist der Anteil in den vergangenen Jahren weiter gesunken und liege nun bei 47 Prozent. Auch die Mathekenntnisse ließen nach.

Ein Grund für die Entwicklung wird in der Studie nicht genannt. Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass die Fähigkeiten seit einer Schulreform 2010 abnehmen. Seitdem gehen in Indien fast alle Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zur Schule, weil sie einen Rechtsanspruch auf Unterricht haben. Kritiker bemängeln, dass die Qualität nicht überprüft werde. Oft kämen die Kinder nur mittags zur Schulspeisung. Unterricht gebe es kaum.

Immer mehr Eltern in Indien schicken ihre Kinder inzwischen auf Privatschulen. Sie schnitten bei dem Lesetest besser ab.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)