18. Januar 2013

Neue These: Warum Hunde Haustiere werden und Wölfe wild bleiben

Warum können Hunde zum besten Freund des Menschen werden, während die genetisch eng verwandten Wölfe immer Wildtiere bleiben?

Die Biologin Kathryn Lord stellt im Fachmagazin "Ethology" dazu eine neue These vor. Demnach nehmen Wolfswelpen in der entscheidenen Phase, in der sie sich an den Menschen gewöhnen könnten, die Welt ganz anders wahr als Hunde.

Diese Phase beginnt bei Hunden mit etwa vier Wochen. Die Tiere können dann schon hören und riechen, etwas später öffnen sie die Augen. Sie können sich also schon mit allen Sinnen mit ihrer Umgebung vertraut machen, wenn sich entscheidet, ob sie sich an Menschen gewöhnen oder nicht. Wie die Forscherin schreibt, fängt die sogenannte Sozialisierungsphase bei Wölfen aber schon mit zwei Wochen an. In diesem Entwicklungsstadium könnten die Welpen zwar riechen, aber noch nicht sehen oder hören. Kommen schließlich die anderen Sinne dazu, sei die Phase schon wieder abgeschlossen - und die Wölfe empfänden neue Wahrnehmungen erst einmal als bedrohlich.

Die Verschiebung der Sozialisierungsphase bei Hunden sei wahrscheinlich durch jahrtausendelange Gewöhnung und Züchtungen geschehen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)