22. Januar 2013

Kommentar: Wissenschaftliche Studien werden zu selten reproduziert

"Jede Menge Murks"

- das ist die Überschrift eines Artikels in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft". Darin schreibt der Schriftsteller und Wissenschafts-Blogger Ed Yong, dass wissenschaftliche Studien zu selten reproduziert würden. Fachzeitschriften bevorzugten außerdem positive Forschungsergebnisse, also solche, die eine aufgestellte Vermutung bestätigen. Besonders ausgeprägt sei das in der Psychologie. Viele dieser Positiv-Studien erwiesen sich aus verschiedenen Gründen als nicht wiederholbar. Allerdings blieben die gescheiterten Wiederholungsversuche oft unveröffentlicht. Verantwortlich dafür seien zum einen die Arbeitspraktiken von Wissenschaftlern, zum anderen aber auch die Auswahlkriterien der Fachzeitschriften.

Einige Forscher wollen jetzt gegensteuern. Der kalifornische Sozialpsychologe Matthew Liebermann schlägt zum Beispiel vor, die führenden Hochschulen sollten ihre Studenten Studien in ihrem Fachgebiet reproduzieren lassen. So könnten diese ihre Fähigkeiten schulen und zugleich zum Fortschritt der Wissenschaft beitragen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)