22. Januar 2013
Zurück zur traditionellen Großfamilie.
Wie das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung analysiert, ist der Iran von seiner einst modernen Familienpolitik wieder abgekehrt. Demnach hatte die Führung Ende der 80er Jahre Aufklärung und Verhütung gefördert - darin hatte der Oberste Gerichtshof auch nichts Unislamisches gesehen. In der Folge fiel die Rate der Kinder pro Frau von sieben auf zwei - weltweit einmalig schnell, wie das Institut schreibt. Parallel hätten sich die Bildungs- und Berufschancen von Frauen verbessert - und damit auch der Lebensstandard der Bevölkerung insgesamt.
Diese Fortschritte seien jetzt in Gefahr, wenn der geistliche Führer Ajatollah Chamenei die Strategie der Geburtenkontrolle als "schweren Fehler" bezeichne. Er fordert, die Bevölkerung müsse wachsen - und zwar auf mehr als doppelt so viele Menschen wie heute. Allerdings bezweifeln die Forscher, dass alle Iraner dem Aufruf folgen werden - kleinere Familien seien schließlich mittlerweile gesellschaftlich etabliert.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)