23. Januar 2013
Was Menschen zum Kuscheln bringt, macht auch Affen Lust aufs Schmusen.
Zu dem Ergebnis kommen Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Sie testeten Schimpansen auf das Hormon Oxytocin. Bei Menschen ist dieses Hormon als Kuschelhormon bekannt. Es wird zum Beispiel bei der Geburt und beim Stillen ausgeschüttet und stärkt die Mutter-Kind-Beziehung. Die Forscher untersuchten Urinproben von 33 Schimpansen aus dem Budongo-Wald in Uganda. Dabei fiel der Oxytocin-Spiegel deutlich höher aus, wenn die Affen kurz vorher Artgenossen gelaust hatten, mit denen sie eine enge soziale Beziehung hatten. Ohne vorhergehende Fellpflege war weniger von dem Hormon in den Urinproben messbar. Auch wenn die Affen sich mit Artgenossen gelaust hatten, die ihnen nicht besonders nahestanden, war der Oxytocin-Spiegel niedrig.
Die Forscher schließen daraus, dass das Kuschelhormon als Förderer von engen, langfristigen Beziehungen bei Affen ähnlich wirkt wie beim Menschen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)