23. Januar 2013
Knochenersatz wird in Zukunft verstärkt aus Bioglas gemacht und eingesetzt.
Dieser Ansicht ist die Chemikerin Delia Brauer, Junior-Professorin der Universität Jena. Dort forscht sie am Otto-Schott-Institut für Glaschemie. Brauer sagte der Nachrichtenagentur dapd, Bioglas könne wegen seiner hervorragenden biologischen Eigenschaften auch als Schrauben oder Platten im menschlichen Körper verwendet werden. Bisher kommt das Material wegen seiner geringen mechanischen Belastbarkeit nur bei kleineren Knochendefekten zum Einsatz.
Bioglas ist eine spezielles lösliches Glas, zusammengesetzt aus Silizium, Kalzium, Phosphat und Natrium. Diese Stoffe kommen auch in unserem Körper vor. Deshalb werden sie nach und nach von ihm aufgenommen und in Knochengewebe umgewandelt. Brauers Forscherteam arbeitet an einer anderen Zusammensetzung von Bioglas - und zwar mit Glasfasern und Polymeren, die wegen ihrer Elastizität größere Belastungen aushalten. Das Material eignet sich nach ihrer Ansicht auch als Beschichtung für Metallimplantate wie künstliche Knie- oder Hüftgelenke, weil daran das Knochengewebe schneller anwachsen kann.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)