23. Januar 2013

Hilfswerk: Lepra-Neuerkrankungen steigen wieder

Offiziell gilt die Krankheit als ausgerottet - trotzdem infizieren sich jedes Jahr nach wie vor viele Menschen mit Lepra.

Nach Angaben eines Hilfswerks ist die weltweite Zahl der Neuerkrankungen 2011 sogar leicht gestiegen - auf geschätzt mehr als 200.000 Fälle. Die meisten Lepra-Patienten leben demnach in Indien und Brasilien. Das Hilfswerk kritisiert: Die Statistik der Weltgesundheitsorganisation definiere die Krankheit als ausgerottet, weil auf 10.000 Einwohner weniger als ein Lepra-Patient komme. Dadurch rücke das Problem aber immer mehr aus dem Fokus der Gesundheitspolitik. Und weil Lepra ohnehin als Stigma gelte, mache das die Lage für die Patienten noch schwieriger. Dabei könnten sie mit einer Kombination aus drei Antibiotika in sechs bis zwölf Monaten geheilt werden.

Lepra ist die älteste beschriebene Krankheit der Welt - trotzdem kennt die Wissenschaft weder den genauen Übertragungsweg noch weiß sie, warum viele Menschen immun dagegen sind. Das erste Anzeichen der Infektion sind Hautflecken, später werden vor allem Hände und Füße langsam gefühllos. Wenn sich die Patienten verletzen, merken sie das dann nicht mehr - so können chronische Entzündungen entstehen. Diese und weitere Fakten hat die Deutsch Lepra- und Tuberkulosehilfe DAHW zum Welt-Lepra-Tag am 27. Januar zusammengestellt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)