25. Januar 2013
Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben ihre NS-Vergangenheit immer noch nicht genügend aufgearbeitet.
So sieht es der Berliner Historiker Manfred Gailus. Dem Evangelischen Pressedienst sagte er, 80 Jahre nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gebe es immer noch reichlich blinde Flecken bei der Aufarbeitung. Bei den Protestanten fehle es an Untersuchungen einiger "tiefbraun gefärbter Landeskirchen". Außerdem müssten die Biografien leitender Persönlichkeiten in der Kirche besser erforscht werden.
In der katholischen Kirche habe es zwar keine nationalsozialistische Massenbewegung gegeben, trotzdem hätten genügend katholische Nationalsozialisten das Regime überzeugt mitgetragen.
Laut Gailus waren 70 Prozent der NSDAP-Mitglieder in der Kirche. In Berlin, Bayern und der Pfalz sei jeder fünfte evangelische Pfarrer in der Partei gewesen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)