28. Januar 2013
Wir reisen genau 95 Jahre zurück und werfen einen Blick auf eine Massendemonstration gegen den Ersten Weltkrieg.
Am 28. Januar 1918 rief die kommunistische Spartakusgruppe die Deutschen zum Generalstreik auf. In Berlin und anderen Großstädten gingen insgesamt rund eine Million Arbeiter auf die Straßen und demonstrierten gegen den Krieg, für bessere Arbeitsbedingungen und bessere Versorgung mit Lebensmitteln.
[Zu diesem Zeitpunkt kämpfte Deutschland seit dreieinhalb Jahren im Ersten Weltkrieg. Die Front im Westen war festgefahren - von der Kriegseuphorie von 1914 war kaum mehr etwas übrig. Die Spartakusgruppe hatte sich zunächst innerhalb der SPD gebildet, dann abgespalten. Sie forderte den Sturz des Kaisers und die internationale proletarische Revolution.]
Der "Januarstreik" von 1918 wurde nach drei Tagen vom Militär gewaltsam beendet. Im November gründete sich die Spartakusgruppe neu. Als der besser bekannte "Spartakusbund" versuchte sie erneut den Umsturz. Kaiser Wilhelm II. dankte schließlich ab, der Krieg war zu Ende - die proletarische Revolution blieb allerdings aus. Es war der Beginn der Weimarer Republik.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)