28. Januar 2013
Für einen Arzt kann es sehr gefährlich werden, ein halbes Gramm Drogen zu verticken. Wenn er leistungssteigernde Medikament herausgibt, ist das unkritisch.
Das sagt Perikles Simon, Doping-Experte von der Universität Mainz im Deutschlandradio Kultur. Und weil das überall in Europa so sei, erwarte er keinen großen Mehrwert von dem Prozess gegen den spanischen Sportmediziner Eufemiano Fuentes. Der steht ab heute in Madrid vor Gericht, weil er dutzende Radprofis gedopt haben soll.
Der Molekularbiologe Simon kritisiert auch den Umgang deutscher Politiker mit Doping. Er sei als Experte in den Sport-Ausschuss des Bundestags eingeladen worden und dort dann in eine Verteidigungsrolle geraten. Viele Politiker hätten die Wissenschaftlichkeit seiner Arbeit angezweifelt. Es habe ihn damals extrem schockiert, dass keiner glauben konnte, dass Doping auch im deutschen Hochleistungssport verbreitet ist. Das Doping-System sei von ganz weit oben gut geschützt, meint Simon. Allerdings werde die moderne Medienlandschaft dazu führen, das immer mehr herauskommt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)