28. Januar 2013
Bisher unterstützt Deutschland den Militäreinsatz in Mali mit Transportflugzeugen und Ausrüstung.
Einige Politiker und Experten kritisieren, das sei zu wenig. Auch der Politikwissenschaftler Markus Kaim kommt in einer Analyse der "Stiftung Wissenschaft und Politik" zu dem Schluss, dass sich Deutschland Forderungen zu einem stärkeren Engagement kaum entziehen kann - nicht zuletzt, weil die USA schon im Fall Libyen klar gemacht hätten, dass sie nicht länger als Ordnungsmacht in Europas Nachbarschaft agieren würden. Der Politologe empfiehlt, für einen deutschen Einsatz in Mali Lehren aus früheren Auslandseinsätzen zu ziehen: So solle die Mission nicht mit zu vielen Zielen überfrachtet werden - zum Beispiel gleichzeitig gegen den Terror zu kämpfen, Flüchtlingen Schutz zu bieten und dem politischen System bei der Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung zu helfen. Außerdem fordert Kaim, Deutschland solle sich nicht einfach an Frankreichs Mali-Operation dranhängen, sondern einen gemeinsamen europäischen Einsatz planen. Für solche Zwecke gebe es die "EU Battlegroups", schnelle Krisen-Einsatztruppen, die maximal 120 Tage im Land bleiben sollten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)