30. Januar 2013
In Deutschland ist Hitler allgegenwärtig, doch es wird keine wirkliche Analyse mehr betrieben.
Zu diesem Schluss kommt der Historiker Thomas Weber in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Dort kritisiert er, neue Erkenntnisse zu Hitler kämen in jüngster Zeit vor allem von angloamerikanischen Universitäten und nicht aus Deutschland. Dafür gebe es mehrere Gründe: So hätten Historiker mit Lehrstuhl in Deutschland kaum noch Zeit, selbst zu forschen - und der akademische Nachwuchs wage oft nicht das Risiko, den Status quo der Erkenntnisse in so einem sensiblen Feld wie der NS-Forschung in Frage zu stellen. Nicht zuletzt hätten deutsche Historiker, Politiker und Publizisten auch Angst davor, die Schuld der Deutschen zu relativieren, wenn sie sich zu stark auf die Person Hitler konzentrierten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)