31. Januar 2013

Kardinal Meisner hält klassische "Pille danach" bei Vergewaltigungen doch für okay

Er hat sich jetzt bei Fachleuten informiert.

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat erklärt, er lehne nicht mehr alle Formen der "Pille danach" für Vergewaltigungsopfer ab. Ihm sei jetzt klar, dass sie nicht dasselbe sei wie eine Abtreibungspille - bei der "Pille danach" gehe es darum, die Befruchtung einer Eizelle zu verhindern. Das sei zur Verhinderung einer verbrecherischen Befruchtung erlaubt - deswegen habe die Glaubenskongregation auch schon Ordensschwestern in Krisengebieten Verhütung erlaubt, falls diese mit Vergewaltigungen rechneten.

Trotzdem gelte weiterhin, dass die katholische Lehre keine Abtreibungspille erlaubt - damit sind Präparate gemeint, die verhindern, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet.

Meisner erklärte auch, katholische Einrichtungen dürften Vergewaltigungsopfer durchaus über Themen wie Abtreibung aufklären, die die katholische Kirche verbietet. Allerdings müsse den Frauen auch die katholische Position erläutert werden. Im Dezember hatten zwei Kölner Kliniken eine mutmaßlich vergewaltigte Frau abgewiesen, weil sie befürchteten, möglicherweise die "Pille danach" verschreiben zu müssen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)