4. Februar 2013
Bessere Noten, häufiger die Empfehlung fürs Gymnasium und weniger Abbrecher: Mädchen sind die besseren Schüler.
Das wird gern damit begründet, dass den Jungen männliche Vorbilder fehlen und bei den Lehrern Frauen dominieren. Eine "Krise der Jungen" sei die Folge. Der Sozialwissenschaftler Marcel Helbig erklärt das Phänomen der besseren Schülerinnen jedoch anders. Er schreibt im "WZBrief Bildung", viele Studien hätten gezeigt, dass das Geschlecht des Lehrers keinen Einfluss auf den Schulerfolg habe. Stattdessen liege der Grund möglicherweise in der Gesellschaft und der Erziehung. Helbigs These: Viele Eltern hielten Söhne automatisch für intelligenter als Töchter. So würden sich Jungen überschätzen und seien deswegen oft selbstbewusst, aber faul. Mädchen dagegen hätten stärker verinnerlicht, dass sie sich mehr anstrengen müssten, und seien deswegen fleißiger in der Schule.
Helbig glaubt, die These mit dem größeren männlichen Selbstvertrauen könnte auch erklären, warum Männer auf dem Arbeitsmarkt erfolgreicher sind. Allerdings seien seine Überlegungen bisher empirisch nur teilweise belegt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)