7. Februar 2013
Aus dem Patienten wird ein potenzieller Risikoträger.
Damit birgt die sogenannte personalisierte Medizin selbst Risiken - sagt der Ethik-Experten Arne Manzeschke in der "Süddeutschen Zeitung". Unter personalisierte Medizin versteht man den Trend, nicht nur Menschen zu behandeln, die schon krank sind, sondern auch zu bestimmen, wer später einmal erkranken wird.
Menschen werden laut Manzeschke so dazu angehalten, sich selbst ständig zu beobachten, um das Krankheitsrisiko zu verringern - zum eigenen und zum gesellschaftlichen Nutzen. Das führe zwar dazu, dass die Menschen gesünder lebten, aber es erzeuge auch einen großen sozialen Druck. In der Reproduktionsmedizin sei es zum Beispiel nicht erwünscht, behindertes Leben zu zeugen und bei Krankenversicherungen müssten bestimmte Patientengruppen Risikozuschläge zahlen. Es dürfe aber nicht passieren, dass der Mensch auf sein Genom reduziert würde.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)