11. Februar 2013
Was wiegt bei Rüstungsexporten schwerer: wirtschaftliche Interessen oder politische Bedenken?
Das schwedische Friedensforschungsinstitutes Sipri glaubt, dass die Bundesregierung ihre Haltung in dieser Frage geändert hat. Der Rüstungsexperte Pieter Wezeman sagte der Deutschen Presse-Agentur, seit etwa zwei Jahren scheine es einen klaren Willen zu geben, größere Rüstungsmengen zu exportieren. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Saudi-Arabien angeblich deutsche Patrouillenboote kaufen will - im Wert von 1,5 Milliarden Euro.
Der Sipri-Experte Wezemann sieht das geplante Geschäft kritisch. Im Nahen Osten sei Saudi-Arabien noch vor Israel das mit Abstand am höchsten gerüstete Land. Grund seien unter anderem innere Spannungen. Das autoritär regierende Regime in Riad wolle auch militärisch in der Lage sein, Aufruhr zu unterdrücken.
Die Patrouillenboote dürften nach Wezemans Einschätzung vor allem zur Kontrolle der Grenzgewässer eingesetzt werden. Saudi-Arabien gehe es darum, Waffenschmuggel aus dem Jemen zu verhindern.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)