12. Februar 2013
Es gibt heute nicht mehr so viele Unverschämtheiten wie früher.
Das meint der Tübinger Rhetorikprofessor Dietmar Till über die Aschermittwochsreden der Spitzenpolitiker. Till sagte der "Stuttgarter Zeitung", die Reden hätten in den vergangenen Jahren an Schärfe eingebüßt. Die Politiker seien sehr vorsichtig geworden in ihren Äußerungen, weil die Medien alles verbreiteten.
Als Beispiel für frühere Unverschämtheiten erinnert der Rhetorikexperte an Sätze des langjährigen CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß. Dieser habe zum Beispiel in den 70er Jahren die sozialliberale Koalition im Bund als "Saustall" beschimpft. - Am sogenannten politischen Aschermittwoch versammeln sich traditionell die meisten größeren Parteien zu einem rhetorischen Schlagabtausch. Ursprünglich kommt die Idee aus Bayern. Inzwischen gibt es auch Treffen in anderen Bundesländern.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)