12. Februar 2013
Multinationale Lebensmittelkonzerne müssten so scharf reguliert werden wie die Tabakindustrie.
Das fordert ein internationales Forscherteam im Medizin-Fachblatt "The Lancet". In ihrer Analyse kommen sie zu dem Schluss, dass die Konzerne mit ihrer aggressiven Werbung für hochverarbeitete Lebensmittel inzwischen einer der Hauptverursacher weltweit verbreiteter chronischer Krankheiten wie Herzleiden, Krebs und Diabetes sind.
Die Lobby-Arbeit der Lebensmittelfirmen mit finanzieller Unterstützung von Nichtregierungs- und Gesundheitsorganisationen und Kontaktpflege zu Politikern sei mit der von Tabakkonzernen vergleichbar. Außerdem werde die Wissenschaft beeinflusst: Wenn die Industrie eine Studie finanziert habe, sei die Wahrscheinlichkeit bis zu achtfach erhöht, dass diese auch positiv für die Lebensmittelindustrie ausfalle.
Die Forscher schreiben weiter, Kooperations- und Selbstverpflichtungsprogramme hätte bisher nicht geholfen - jetzt müsse es Zwang von außen geben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)