15. Februar 2013

Hintergrund: Sunniten und Schiiten

In vielen islamisch geprägten Ländern kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen, die ihren Ursprung in dem Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten haben.

Heute haben zum Beispiel irakische Sicherheitskräfte die Zufahrtsstraßen nach Bagdad blockiert, um Massenproteste von Sunniten zu verhindern. Zur Einordnung unser Hintergrund: Der Islam teilt sich in zwei Hauptrichtungen: die Sunniten und die Schiiten. Die Mehrheit bilden die Sunniten, die sich streng am Koran und an der Sunna orientieren, den überlieferten Aussprüchen und Entscheidungen des Propheten Mohammed. Die Schiiten spalteten sich nach dem Tod Mohammeds im 6. Jahrhundert ab.

Streitpunkt zwischen den beiden Glaubensrichtungen war, wer Mohammeds legitimer Nachfolger werden sollte. Die Schiiten forderten, dass nur ein Blutsverwandter Mohammeds dafür in Frage kommt, der zudem Imam ist, also ein religiöser Leiter der Gemeinde. Dagegen sind die Sunniten der Meinung, dass der Nachfolger vor allem ein politischer Führer der Glaubensgemeinschaft sein sollte. Dieses Amt kann demnach jeder gläubige Mann übernehmen - nicht nur ein Blutsverwandter des Propheten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)