15. Februar 2013
Irgendwann sollen künstliche Blutplättchen dabei helfen, dass Wunden schneller heilen.
Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, berichtete Thomas Barker auf der Jahrestagung des weltweit größten Wissenschaftsverbandes AAAS. Die Idee: Die Plättchen sammeln sich selbstständig am Ort einer Verletzung und unterstützen den Körper beim ersten Schritt der Blutgerinnung, indem sie das Verhalten der natürlichen Blutplättchen imitieren. Aber auch die Narbenbildung soll verhindert werden. Damit das funktionieren kann, werden die Plättchen mit Antikörpern, Signalmolekülen und entzündungshemmenden Substanzen gespickt.
Die Kunstplättchen bestehen aus einem Hydrogel und haben einen Durchmesser von etwa einem Mikrometer - damit sind sie genau so groß wie echte Blutplättchen. Auch sonst ahmen die Kunstvarianten die echten Zellen laut dem Forscher gut nach: Sie zirkulierten im Blut, bis sie den Ort einer Verletzung erreichten. Dort würden sie aktiviert, veränderten ihre Form und bildeten gemeinsam mit den natürlichen Blutplättchen einen dünnen Film, der die Wunde verschließt. Aktuell lasse sich die Blutgerinnung bei Ratten auf diese Weise um 30 Prozent beschleunigen.
Die künstlichen Zellen könnten zum Beispiel bei Soldaten eingesetzt werden, aber auch in der Notfallmedizin, wenn zum Beispiel innere Blutungen vermutet werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)