19. Februar 2013
Aus so etwas Langweiligem wie Gewohnheiten und Ritualen kann sehr viel Kreativität entstehen.
Das sagt der Professor für Psychotherapeutische Medizin der Uni Hamburg, Rainer Holm-Hadulla, im Interview mit dem Magazin "Zeit Wissen". Man müsse nicht chaotisch und verrückt leben, um geniale Ideen zu haben. Im Gegenteil: Kreativen Einfällen könne man nur nachgehen, wenn man von äußeren Störungen abgeschirmt sei. Diese Ruhe böten Gewohnheiten und Alltagsrituale. Holm-Hadulla sagt auch, dass Kreativität in gewisser Weise erlernbar sei. Es gebe keinen Künstler, der etwas aus dem Nichts erschaffen habe. Pablo Picasso habe durch langes, ritualisiertes Üben viele künstlerische Formen erlernt und dann das Neue aus dem Alten geschaffen. Wer ein stabiles Leben führe und sich darin Freiräume für das träumerische Verlorensein im Augenblick schaffe, der habe gute Chancen auf kreative Lichtblicke.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)