20. Februar 2013
Plötzlich ist sie keine Deutsche mehr.
Zum ersten Mal hat eine Frau mit bisher doppelter Staatsbürgerschaft aufgrund des Optionszwangs ihren deutschen Pass verloren. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt hatte die Hessin erst im Dezember beantragt, ihre türkische Staatsbürgerschaft aufzugeben. Das sei aber zu spät gewesen, weil man ungefähr mit sechs Monaten Bearbeitungszeit rechnen müsse. Die Frau sei nun seit Anfang Januar als Türkin registriert und habe als Nicht-EU-Bürgerin eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen müssen.
Experten rechnen mit vielen weiteren entsprechenden Fällen in nächster Zeit. Grund ist die Einführung einer doppelten Staatsbürgerschaft für Kinder und Jugendliche im Jahr 1990. Mit 23 Jahren aber, so die Regel, müssen sich die Betroffenen für einen Pass entscheiden. In diesem Jahr tritt dieser Optionszwang das erste Mal in Kraft - er betrifft mehr als 3.300 junge Menschen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)