20. Februar 2013
Ein Gehirn haben Seeanemonen zwar nicht.
Aber ihre Schwimmlarven haben immerhin ein einfaches Nervensystem. Wie sich das entwickelt, beschreiben Forscher aus Österreich und Norwegen im Fachjournal PLoS Biology. Auf molekularer Ebene ist dafür ein Gen namens Six3/6 hauptverantwortlich. Das spielt auch eine wichtige Rolle bei der Gehirnentwicklung von Fliegen, Fischen, Seeigeln, Würmern und sogar des Menschen.
Seeanemonen teilen sich mit Menschen und anderen höher entwickelten Tieren einen gemeinsamen Bauplan, der 600 bis 700 Millionen Jahre alt ist. Den Wissenschaftlern zufolge zeigt das neue Forschungsergebnis, dass sich erstmals vor etwa 600 Millionen Jahren ein Sinneszentrum in einem gemeinsamen Vorfahren entwickelte.
Interessanterweise befindet sich das Sinneszentrum der Seeanemonenlarven an dem Körperende, das ihrem Mund gegenüberliegt - sozusagen in ihrem Fuß. Bei den höheren Tieren dagegen ist das Hirn in der Kopfregion zu finden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)