20. Februar 2013

Shanghai führt Echt-Namen-Registrierung für Geburten in Krankenhäusern ein

In Shanghai wird das Umgehen der Ein-Kind-Politik in Zukunft schwieriger.

Die Stadt will in einer Pilotphase Frauen, die in Krankenhäusern ein Kind zur Welt bringen, zur Anmeldung mit ihrem echten Namen verpflichten. Das teilte die städtische Bevölkerungsplanungskommission mit. Bislang müssen sich in Shanghai demnach nur Frauen mit Einwohnerstatus bei Krankenhausgeburten mit ihrem Personalausweis registrieren. Diese Regelung habe dazu geführt, dass hunderttausende Wanderarbeiterinnen die Bestimmungen der Ein-Kind-Politik umgingen und unbemerkt ein zweites Kind zur Welt brächten.

Außerdem will die Stadt mit der neuen Regelung das Geschlechterverhältnis bei den Geburten besser überwachen. Migranten aus ländlichen Gebieten bevorzugten nach wie vor Jungen und ließen häufig illegale Geschlechtsbestimmungen per Ultraschall durchführen. Das Geburtenverhältnis zwischen Mädchen und Jungen liege deshalb bei den Wanderarbeitern bei fast 118 Jungen auf 100 Mädchen. In der registrierten Bevölkerung habe sich dagegen mittlerweile ein normales Verhältnis von 107 Jungen auf 100 Mädchen eingependelt. In Shanghai leben fast 24 Millionen Menschen, 40 Prozent davon sind Wanderarbeiter.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)