21. Februar 2013

Winzige Augenbewegungen ändern unsere Seh-Wahrnehmung

Wir können nicht wie ein Chamäleon in zwei verschiedene Richtungen gleichzeitig sehen.

Aber immerhin nehmen wir unsere Umgebung auch dann noch wahr, wenn wir unseren Blick auf einen bestimmten Punkt fokussieren. Verantwortlich dafür sind offenbar kleine Zitterbewegungen des Auges, die sogenannten Mikrosakkaden. Ein Forscher der Universität Tübingen hat herausgefunden, dass diese winzigen Augenbewegungen dazu führen, dass sich unsere visuelle Wahrnehmung ändert. Obwohl wir unseren Blick auf ein Objekt fokussieren, sind wir dann dazu in der Lage, auch unsere Umgebung zu erkennen. Im Fachmagazin "Neuron" schreibt der Wissenschaftler, im Vorfeld einer solchen Mikrosakkade werde das Gehirn so umorganisiert, dass dann eine Wahrnehmung der Umgebung möglich sei.

Die Erkenntnisse könnten dort von Nutzen sein, wo eine gezielte Bündelung unserer Aufmerksamkeit gewünscht ist, wie beispielsweise bei einer Warnleuchte in einem Kontrollraum.

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0896627312011245

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)