21. Februar 2013
Keine Meinungsumfragen mehr unmittelbar vor einer Wahl.
Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland galt das bisher als eiserne Regel. Das ZDF denkt aber darüber nach, sie zu brechen. Der Leiter der Hauptredaktion Politik und Zeitgeschehen, Theo Koll, sagte dem Magazin "Cicero", man überlege, am Freitagabend vor der Bundestagswahl im September ein Politbarometer zu veröffentlichen.
Zur Begründung verwies er auf die Landtagswahl in Niedersachsen. Da hatte die FDP völlig überraschend fast zehn Prozent der Stimmen bekommen. Letzte Umfragen hatten die Partei dagegen schon an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern sehen.
Der ZDF-Journalist Koll erklärte, dieser Fall habe klar gemacht, dass es problematisch sei, aktuellere Daten unter Verschluss zu halten. Das ZDF werde deshalb sorgfältig abwägen, wie ein Politbarometer zwei Tage vor der Bundestagswahl die Wähler beeinflussen könne.
Die ARD will nach derzeitigem Stand an der bisherigen Regel festhalten. Der zuständige WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn sprach von einem "guten Brauch".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)