22. Februar 2013
Im "Rückspiegel" blicken wir jetzt nach Belgien. Dort schlossen heute vor 35 Jahren, also am 22.02.1978, Flamen und Wallonen das Stuyvenberg-Abkommen.
Es sollte den Streit zwischen den beiden größten Bevölkerungsgruppen schlichten. Der damalige Premierminister Leo Tindemans traf sich im Schloss Stuyvenberg bei Brüssel mit Vertretern der anderen belgischen Parteien. Das dort verhandelte Abkommen sah vor, dass die Regionen Brüssel, Flandern und Wallonie jeweils durch eine regionale Regierung gestärkt werden. Außerdem sollte die belgische Zentralregierung paritätisch besetzt sein. Damit sollten die Machtkämpfe zwischen französischsprachigen Wallonen und niederländischsprachigen Flamen beendet werden. Aber das Verfassungsgericht erklärte Teile des Vertrags für rechtswidrig. Die Regierung Tindemans musste zurücktreten. Teile des Abkommens wurden zwar 1980 von einer neuen Regierung umgesetzt. Der Streit zwischen Wallonen und Flamen um die Vorherrschaft von Sprache und Kultur in Belgien schwelt aber immer noch.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)