22. Februar 2013

Cochrane Collaboration: Weniger unabhängig als gedacht?

Medizinische Studien kommen nicht immer unabhängig zustande.

Das wissen wir spätestens seit der Gründung der Cochrane Collaboration, die Studienergebnisse unvoreingenommen prüft. Doch nun steht die Cochrane Collaboration selbst in der Kritik. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, gibt es den Verdacht, dass das Netzwerk von Interessenvertretern unterwandert wird. Diesen Vorwurf erhebt zum Beispiel die Nichtregierungsorganisation BUKO-Pharma-Kampagne. Sie kritisiert die Überprüfung einer Studie über die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Zwei Cochrane-Wissenschaftler, die daran beteiligt sind, hätten die Studie selbst miterstellt. Andere Reviewer hätten in der Vergangenheit Geld von den Impfstoff-Herstellern erhalten, seien also ebenfalls befangen.

Das Problem ist offenbar, Wissenschaftler zu finden, die noch nie Geld von der Pharmaindustrie bekommen haben. Der Leiter des deutschen Cochrane-Zentrums, Gerd Antes, sieht deshalb den Staat in der Pflicht. Seine Aufgabe sei es, die Unabhängigkeit von Medizin und Wissenschaft zu fördern.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)