22. Februar 2013

Nüchtern ans Ziel: Turkish Airlines will keinen Alkohol mehr servieren - und erntet Sturm der Entrüstung

Verglichen mit anderen muslimischen Ländern sind die Sitten in der Türkei eher lax.

Schon Republikgründer kemal Atatürk trank Alkohol, viele Muslime tun es bis heute. Deswegen haben Pläne der nationalen Fluglinie Laizisten im Land aufhorchen lassen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll auf Inlandsflügen und einigen internationalen Verbindungen von Turkish Airlines kein Alkohol mehr serviert werden - ganz nach dem Geschmack strenggläubiger Muslime.

Internetnutzer wittern dem Bericht zufolge nun Gefahr. Ihr Misstrauen ist groß, seit in der Türkei die religiös geprägte Partei AKP an der Macht ist. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan trinkt selber nur Tee und Saft. Seine Frau trägt Kopftuch.

Der Chef von Turkish Airlines wies die Befürchtungen jedoch zurück. Die Alkohol-Pläne hätten keinen religiösen Hintergrund. Vielmehr gehe es darum, Gewicht zu sparen und dadurch den Spritverbrauch zu senken. Auf Inlandsflügen werde sowieso kaum nach Alkohol gefragt. Und in einigen Ländern Afrikas oder Asiens sei das Alkohol-Verbot sogar gewünscht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)