22. Februar 2013

China: Behörden bestätigen Existenz von "Krebs-Dörfern"

Die starke Verschmutzung von Gewässern, Luft und Ackerland hat in China zur Entstehung von so genannten "Krebs-Dörfern" geführt.

Das bestätigte das chinesische Umweltministerium erstmalig in einem Bericht, über den das chinesische Magazin "Caijing" berichtet. Darin sind insgesamt acht solcher Orte aufgelistet. Als "Krebs-Dörfer" werden Ortschaften mit einem sprunghaften Anstieg der Krebserkrankungen in der Bevölkerung bezeichnet. Sie liegen in der Nähe großer Industrieanlagen, die illegal Chemikalien in Gewässern oder im Boden entsorgen. Seit Jahren setzen sich chinesische Umweltaktivisten für die Anerkennung des Zusammenhangs zwischen den Industrieabfällen und den Erkrankungen ein. Sie fordern Unterstützung für die Bewohner der Krebs-Dörfer.

Der Bericht bestätigte auch, dass die Konzentration giftiger Chemikalien in Chinas Gewässern weit über dem internationalen Durchschnitt liege. 90 Prozent des Grundwassers sei zu belastet, um es zu trinken.

2010 hatte ein chinesischer Journalist eine Karte mit der Lage von 100 Krebs-Dörfern veröffentlicht. Laut jüngsten wissenschaftlichen Schätzungen gibt es in China mittlerweile mehr als 400 solcher Orte mit extrem vielen Krebsfällen.

Karte der Krebsdörfer: http://maps.google.com/maps/ms? ie=UTF8&oe=UTF8&msa=0&msid=104340755978441088496.000469611a28a0d8a22dd

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)