24. Februar 2013

Literaturnobelpreisträger Mo Yan macht Ein-Kind-Politik in China zum Thema

Der chinesische Literaturnobelpreisträger Mo Yan kritisiert die Ein-Kind-Politik in seinem Land.

Er sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", niemand dürfe mit Gewalt davon abgehalten werden, ein Kind zu bekommen. Die Ein-Kind-Politik ist Thema in Mo Yans neuem Roman "Frösche". Das Buch versteht er auch als eigenes Schuldeingeständnis. Er selbst habe seine Frau zur Abtreibung gedrängt, sagte Mo Yan. China habe in den vergangenen Jahrzehnten so tiefe Umbrüche erfahren, dass sich fast alle Chinesen als Opfer empfänden. Kaum jemand frage sich aber, ob er nicht selbst Täter wurde.

Oppositionelle werfen Mo Yan vor, der chinesischen Führung zu nahe zu stehen. Unter anderem war er in die Kritik geraten, weil er die Zensur in China mit lästigen, aber nötigen Kontrollen am Flughafen verglichen hatte. Den Literaturnobelpreis hatte er im vergangenen Dezember erhalten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)