25. Februar 2013
Wer unter Schmerzen leidet, sollte sich nicht auch noch mit psychischem Stress belasten.
Davor warnen kanadische Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Brain". Das gelte besonders für Menschen mit einem kleinen Hippocampus. Das ist die Hirnregion, in der Erfahrungen in Erinnerungen umgewandelt werden. Für ihre Untersuchung hatten die Forscher die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut von Patienten mit chronischen Schmerzen analysiert. Heraus kamen besonders hohe Werte bei Patienten, deren Hippocampus eher klein war. Wenn diesen Patienten zusätzlich akuter Schmerz zugefügt wurde, reagierten sie darauf heftiger als Menschen mit einem normalen Hippocampus. Sie zeigten erhöhte Aktivitäten in einer Hirnregion, die die Angst vor Schmerzen steuert. Die Forscher folgern: Menschen mit einem kleinen Hippocampus sind durch Schmerzen stärker gestresst, was wiederum dazu führt, dass sie Schmerzen intensiver erleben, was wiederum dazu führt, dass sie Angst davor haben und gestresst sind - und so weiter. Die Experten raten deshalb, Methoden zum Stressmanagement in die Schmerztherapie einzubauen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)