26. Februar 2013
Europa sitzt neben einem Pulverfass: dem Nahen und Mittleren Osten.
Diese Auffassung führt der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer in der "Süddeutschen Zeitung" aus. Fischer warnt davor, die Revolutionen in der arabischen Welt als Sieg von Freiheit und Gerechtigkeit zu feiern. Wie die Geschichte lehre, komme danach in der Regel nichts Gutes, weil die Zerschlagung der alten Ordnung einen meist brutalen Machtkampf nach sich ziehe.
Die Perspektive, eine neue innere und äußere Ordnung für die arabischen Krisenstaaten zu etablieren, ist Fischers Ansicht nach düster, weil dort einfach keine Macht diese Aufgabe übernehmen kann.
Die Hoffnung auf diplomatische Lösungen will Fischer zwar nicht aufgeben, doch würden die Chancen darauf, realistisch betrachtet, mit jedem weiteren Tag geringer.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)