28. Februar 2013

Streit um richtige Infusionsflüssigkeit

Welche Flüssigkeit soll man einem Patienten intravenös verabreichen, wenn er viel Blut verloren hat?

Unter Medizinern ist darüber eine Art Glaubenskrieg ausgebrochen. Auf der einen Seite stehen die Anhänger der guten alten Kochsalzlösung. Auf der anderen Seite greifen Ärzte zum neueren Produkt Hydroxyethylstärke. Deren Befürworter behaupten, das Mittel halte die Flüssigkeit besser in den Adern und habe deshalb einen stärkeren Effekt. Kritiker sehen darin aber ein Gesundheitsrisiko. In Großbritannien hat nun ein unabhängiges Institut eine Meta-Studie zu dem Thema vorgelegt, die den Kritikern Recht gibt. Aus den Daten mehrerer Untersuchungen lasse sich ein um zehn Prozent erhöhtes Sterbe-Risiko für Patienten ablesen, die Hydroxyethlystärke bekamen. Die Forscher fordern deshalb die Gesundheitsbehörde des Landes auf, nicht noch auf die Ergebnisse einer staatlichen Untersuchung zu warten und das Mittel sofort zu verbieten.

Hier eine alte Studie zum Thema, die neue Studie ist noch nicht veröffentlicht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)