1. März 2013

Historiker: In den frühen Neuzeit waren Kardinäle Juristen und selten Theologen

Nun sind die Kardinäle dran.

Sie müssen in den nächsten Wochen einen neuen Papst wählen - wie es seit Jahrhunderten Brauch ist. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den heutigen Kardinälen und denen der Renaissance oder der Barockzeit. Das hat der Berliner Historiker Arne Karstens herausgefunden. Wie er der Nachrichtenagentur KNA erklärt hat, hat es in der frühen Neuzeit bei der sozialen Herkunft der Kardinäle größere Unterschiede gegeben - vom Sohn eines Schafhirten bis zum Sohn eines habsburgischen Kaisers. Nur wenige seien Priester oder Theologen gewesen, sondern versierte Juristen. Schließlich sei der Papst damals einer der einflussreichsten europäischen Herrscher gewesen. Seine Kardinäle hätten für ihn weltliche Aufgaben übernommen, beispielsweise die Verwaltung des Kirchenstaates oder als Diplomaten. Heute sind alle 207 Kardinäle selbstverständlich Theologen. Allerdings sind nur 115 wahlberechtigt, die unter 80-Jährigen. Über die Hälfte der Kardinäle kommt aus Europa.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)