5. März 2013

US-Forscher: Meinungen auf Twitter nicht repräsentativ

Schau doch mal, was die Leute auf Twitter so sagen.

Das ist ein in letzter Zeit vielgesagter Satz in deutschen Redaktionen. Was dann als Twitter-Meinungsbild gesendet wird, entspricht aber nicht unbedingt einem allgemeinen Stimmungsbild. Das US-amerikanische PEW-Institut hat klassische Umfrageergbnisse und die Kommentare auf Twitter verglichen. Sie suchten sich große Ereignisse wie die US-Wahlen 2012, verschiedene Obama-Reden und die Debatten zwischen ihm und Mitt Romney heraus. Etwa 45 Prozent der US-Amerikaner fanden Obamas Wiederwahl gut, bei Twitter waren es 77 Prozent. Das kann auch in die andere Richtung gehen: Während fast die Hälfte der US-Amerikaner angaben, dass Obama bei seiner Antrittsrede einen guten Job gemacht hat, stimmten dem nur 13 Prozent der Twitterer zu.

Die Forscher weisen darauf hin, dass die Tendenz mal eher in Richtung linkes, mal eher in Richtung konservatives Lager ausschlägt. Vor allem aber seien Twitter-Beiträge von der Tendenz eher negativer als das durchschnittliche Stimmungsbild. Die Medien sollten das berücksichtigen, wenn sie aus dem Online-Portal berichteten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)