6. März 2013
Dass chinesische Behörden im Internet gerne mal das Radiergummi ansetzen, ist nichts Neues.
US-amerikanische Forscher haben jetzt gemessen, wie schnell die Zensoren sind. Das Onlinemagazin "Technology Review" berichtet über eine Studie der Rice-Universität in Texas, die die chinesische Version von Twitter, Weibo, unter die Lupe genommen hat. Die Forscher beobachteten 15 Tage lang die Posts von 3.500 Nutzern.
Das Ergebnis: 12 Prozent der Posts wurden von den Behörden gelöscht - der Großteil schon fünf bis zehn Minuten nach der Veröffentlichung. Die Forscher gehen davon aus, dass dafür mehr als 4.000 Zensoren Tag und Nacht arbeiten. Sie sind aber wohl nicht immer gleich hartnäckig: Nachts wird langsamer gelöscht - und auch während der Abend-Nachrichten gibt es eine Pause.
Besonders häufig gelöschte Posts enthalten übrigens Schlagworte wie "Unterstützung syrischer Rebellen", "Lügen der Regierung" und "Missbrauch der Ein-Kind-Politik".
Zum Artikel in der "Technology Review" geht es hier
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)