6. März 2013

Mittelalter-Päpste haben systematisch Gewalt-Strategien entwickelt

Die Päpste im Mittelalter haben offenbar systematisch Theorien zur Rechtfertigung von Gewalt entwickelt.

Das biblische Gebot der Nächsten- und der Feindesliebe hätten sie dabei ignoriert. Zu diesem Schluss kommt der Münsteraner Historiker Gerd Althoff in einem Forschungsprojekt über Religion und Politik.

Althoff zufolge hatte sich die Kirche bis zum 11. Jahrhundert von Gewalt distanziert. Dann sei eine Wende eingetreten. Kaiser Heinrich der II. habe damals starken Einfluss auf die Päpste genommen. Deshalb hätten sie ihre Rechte neu definieren wollen. In der Bibel hätten sie entdeckt, dass man mit Gewalt gegen diejenigen vorgehen dürfe, die dem Papst nicht gehorchten. Daraufhin hätten sie Krieger gegen Ungläubige eingesetzt.

Diese Strategie der Päpste hat die Geschichtwissenschaft laut dem Historiker bislang weitgehend übersehen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)