6. März 2013
Die Schmerztherapie ist so alt wie die Menschen selbst.
Das sagte der Medizinhistoriker der Universität Heidelberg, Wolfgang Eckart, im Interview hier bei DRadio Wissen. Schon in der Antike hätten die Menschen Schmerzen zu bekämpfen versucht - mit Pflanzen wie Mohn und Nelken oder mit diversen Tees. Auch Narkosen habe es bereits im Mittelalter gegeben. Allerdings hätten die Menschen nicht steuern können, wann deren Wirkung wieder aufhört.
Stark verändert habe sich das Wissen über die Herkunft von Schmerzen. Früher hätten die Menschen geglaubt, Dämonen fügten ihnen die Schmerzen zu. Noch im vorigen Jahrhundert sei zum Beispiel die Vorstellung verbreitet gewesen, Würmer lösten Zahnschmerzen aus. Denn - so der Gedanke - Schmerzen könnten nicht klopfen, Dämonen und Würmer aber schon.
Als eines der fürchterlichsten Kapitel in der Medizingeschichte bezeichnete es Eckart, dass noch bis in 1960er Jahre Säuglinge ohne Betäubungen operiert wurden. Man sei davon ausgegangen, dass Babies noch keinen Schmerz empfinden könnten. Das sei mit den heutigen neurologischen Kenntnissen unvorstellbar.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)