7. März 2013
Den großen, blonden, blauäugigen Germanen hat es nie gegeben.
Davon ist Uta Halle überzeugt. Sie ist Professorin für Ur- und Frühgeschichte in Bremen. Im Interview mit der "Taz" sagte sie, dass archäologische Funde oft absichtlich falsch interpretiert werden. Zum Beispiel versuchten die Nationalsozialisten zu beweisen, dass es ein großgermanisches Reich gab, um damit ihre Gebietsansprüche zu untermauern. Zum Teil gruben Archäologen im Krieg sogar direkt an der Front.
Uta Halle stört sich deshalb daran, wenn heute mit Germanen geworben wird. Der muskelbepackte, blonde Kämpfer transportiert ihrer Meinung nach nicht nur ein bestimmtes Männerbild, sondern darin stecke auch ein rassistisches Überlegenheitsgefühl.
Ursprünglich seien die "Germanen" von den Römern erfunden worden, um sie von den Galliern abzugrenzen. Eigentlich waren sie laut Halle eine ganz heterogene Gruppe im Norden Europas.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)