12. März 2013
14 Jahre hat die Vorbereitung gedauert, im Mai soll es endlich soweit sein.
Dann wird die fünfte Neufassung der Diagnostik-Richtschnur DSM veröffentlicht, das DSM-5. Die Abkürzung steht für "Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen". Darin ist festgelegt, was als psychische Störung gilt und was nicht.
In der Zeitschrift "Psychologie heute" kritisiert der US-amerikanische Psychiater Allen Frances die Neufassung. Er warnt davor, dass immer mehr schwierige Verhaltensweisen und Empfindungen als psychische Krankheiten eingestuft werden. Als Beispiel nennt er die neue "Disruptive Mood Dysregulation Disorder", gedacht für Kinder, die zu Wutausbrüchen neigen. Auch die Aufnahme von Fressanfällen - auch "Binge Eating" genannt - in den Katalog hält Allen Francis für fragwürdig. Nicht jedes problematische Verhalten sei automatisch eine Störung.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)