13. März 2013

Forscher: Neandertaler starb wegen schwachen Sozialverhaltens aus

Sind dem Neandertaler Schwächen im Sozialverhalten zum Verhängnis geworden?

Diese These vertreten Anthropologen aus Oxford und London in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Sie vermuten, dass große Teile des Neandertaler-Hirns damit beschäftigt waren, den massigen Körper und ein vergleichsweise großes Sehzentrum zu kontrollieren. Für komplexere Prozesse wie das Sozialverhalten sei deshalb kaum noch Platz gewesen. Das habe es den Neandertalern schwer gemacht, große Gruppen zu bilden und den harschen Umweltbedingungen in Europa im Verband zu trotzen.

Auf ihre These kamen die Forscher, indem sie Schädel von Neandertalern vermaßen und mit den Schädeln moderner Menschen von vor 27.000 Jahren verglichen. Es zeigte sich: Neandertaler hatten deutlich größere Augenhöhlen und vermutlich auch eine größere Netzhaut. Offensichtlich sei das Hirn dieser Urmenschen vor allem darauf ausgelegt gewesen, gut zu sehen.

DOI: 10.1098/rspb.2013.0168

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)