14. März 2013
Im "Rückspiegel" schauen wir heute auf das Ende eines Feudalsystems - und zwar mitten in Europa, Anfang der neunziger Jahre.
Am 14. März 1993, also genau vor 20 Jahren, bekam Andorra seine demokratische Verfassung. Bis dahin war es über 700 Jahre meist von ausländischen Herrschern regiert worden - Gewaltenteilung, wie in modernen Demokratien üblich, gab es nicht. Stattdessen waren zwei "Kofürsten" für das Land zuständig, der Bischof der angrenzenden Diözese Urgell in Spanien und das französische Staatsoberhaupt, also lange Zeit der König.
Das Wahlrecht für die Bürger Andorras kam erst in den 1970er Jahren - für eine Volksvertretung, die zunächst kaum etwas zu entscheiden hatte. Erst mit dem Verfassungsvotum von 1993 war das alte Feudalsystem dann endgültig Geschichte: Andorra hatte jetzt mit Legislative, Exekutive und Judikative eine moderne Demokratie.
Staatsoberhäupter des Landes sind übrigens immer noch der Bischof von Urgell und der französische Staatspräsident. Sie haben allerdings rein repräsentative Funktion.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)