14. März 2013

Sprachwissenschaft will populärer werden und sich trauen Sprache zu kritisieren

Was ist gutes und was ist schlechtes Deutsch?

Und wann muss man Sorge vor einem Verfall der Sprache haben? Solche Fragen stellen sich Sprachkritiker, nicht aber Sprachwissenschaftler. Die Sprachwissenschaft war sich lange einig, dass sie Sprache nicht zu bewerten braucht, sondern nur zu beschreiben.

Linguisten vom Institut für deutsche Sprache in Mannheim geben jetzt nach und wollen ihren starren Ansatz aufweichen. In einer Erklärung schreiben sie, dass die Linguistik sich stärker Themen widmen sollte, die auch die Öffentlichkeit interessieren. Das sei vor allem der Gebrauch von Sprache - in speziellen Fachgebieten zum Beispiel oder im Alltag. Außerdem sollten sich Linguisten auch trauen, Sprache zu bewerten und zu kritisieren.

Die Sprachwissenschaftler weisen aber darauf hin, dass sie sich nicht als Sprachpolizei aufführen wollen. Sie wollen ihre Sprachkritik eher als Rat von Fachleuten verstanden wissen.

Zur "Aachener Erklärung zur Rolle der Sprachwissenschaft in der Gesellschaft" geht es hier.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)