15. März 2013
Kann unser Immunsystem das HI-Virus ohne Medikamente in Schach halten?
Diese Frage wurde vergangene Woche viel diskutiert, nachdem US-Mediziner berichteten, dass das Virus in einem infizierten Baby auch ohne Medikamente nicht mehr nachweisbar war. Um das zu erreichen, war das Kind nur für kurze Zeit nach der Geburt behandelt worden. Im Fachjournal "PLoS Pathogens" berichten französische Forscher über ähnliche Fälle. Sie hätten bei vierzehn Patienten mit HIV kurz nach deren Infektion eine Therapie begonnen, diese aber nach drei Jahren ausgesetzt. Auch sieben Jahre später sei die Zahl der infizierten Zellen im Blut immer weiter gesunken.
Als Erklärung geben die Forscher an, eine sehr frühe Therapie könne verhindern, dass die HI-Viren sich in versteckten Reservoirs ansammeln. Von dort aus können sie sonst später wieder angreifen. Unabhängige Experten weisen darauf hin, dass die meisten HIV-Patienten ohne Medikamente an AIDS erkranken würden. Die französische Studie könne aber Hinweise liefern, wie man das Virus besser unter Kontrolle bringt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)